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Array-CGH (Array-Comparative-Genomic-Hybridization)

Änderung des EBM für humangenetische Leistungen zum 01. Juli 2016

Die Untersuchung auf Mikrodeletionen und -duplikationen kann mit der GOP 11508 nur berechnet werden, wenn die klinische Fragestellung aufgrund der Analyseergebnisse der  GOP 11502 (postnatale Chromosomenanalyse) nicht vollständig beantwortet werden konnte.

Bitte fügen Sie der Array-CGH-Anforderung die anamnestische Angabe (Chromosomenanalyse) und ggf. Na-Heparinblut zur Durchführung einer Chromosomenanalyse bei.


Die Array-CGH (Array-Comparative-Genomic-Hybridization) stellt eine neue Technik zur hochauflösenden molekularen Karyotypisierung dar. Diese ermöglicht mittels vergleichender genomischer Hybridisierung auch den Nachweis kleinerer genomischer Imbalancen, die in der konventionellen Chromosomenanalyse bisher nicht detektierbar waren.

Ein klassischer Einsatzbereich der Array-CGH sind beispielsweise Kinder mit mentaler Retardierung und/oder Organfehlbildungen und Dysmorphien, bei denen kein konkreter Syndromverdacht besteht, die aber in der konventionellen Chromosomenanalyse unauffällig waren. Weiterhin ist eine Array-CGH bei solchen Kindern indiziert, bei denen ein genereller Verdacht auf das Vorliegen eines Mikrodeletionssyndroms besteht, eine genauere Spezifizierung aber nicht möglich ist und verschiedene Syndrome mit dieser Untersuchung abgeklärt werden sollen. Zudem kommt diese Untersuchungsmethode bei Patienten mit dem dringenden Verdacht auf eine monogenetische Erkrankung in Frage, bei denen die vorangehende molekulargenetische Untersuchung unauffällig war.

Bei der Array-CGH wird das gesamte Genom eines Patienten mit dem genetischen Material einer unauffälligen Referenzprobe verglichen. Hierzu werden die beiden DNA-Proben mit unterschiedlichen Fluoreszenzfarbstoffen markiert, im gleichen Verhältnis gemischt und auf einem „Array“ kohybridisiert. Bei dem Array handelt es sich um einen Objektträger, auf dem sich tausende von immobilisierten DNA-Fragmenten (zumeist Oligonukleotide) in sehr hoher Dichte befinden. Diese DNA-Sonden hybridisieren mit dem markierten DNA-Gemisch, dabei konkurrieren Patienten- und Referenz-DNA um die Bindungsstellen. Eine computergestützte Bearbeitung der Fluoreszenzsignale ermöglicht im Patientengenom,  im Vergleich zur Referenzprobe, den Nachweis genomischer Imbalancen (Deletionen/Duplikationen). Methodisch bedingt können balancierte Strukturaberrationen mit dieser Methode nicht erfasst werden.

Akkreditiertes Verfahren: ja

Bitte beachten Sie die Auftragshinweise Molekulargenetik für diese Untersuchung.

Material

0,5 - 2 ml EDTA-Blut (Array-CGH)
5 - 10 ml Na-Heparin (Chromosomenanalyse)

Dauer

2 - 4 Wochen

Versand

Post oder hauseigener Fahrdienst

Kosten

Die Kosten werden bei bestehender medizinischer Indikation über Überweisungsschein Typ 10 (EBM) abgerechnet. Humangenetische Leistungen sind nicht budgetrelevant.

Bei Privatpatienten erfolgt die Abrechnung nach den Ziffern der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Ein Kostenvoranschlag wird auf Anfrage erstellt.

Ohne medizinische Indikation, d. h. auf eigenen Wunsch, werden die Kosten in Anlehnung an die GOÄ (einfacher Steigerungssatz) berechnet.