(0621) 42286-0
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Uniparentale Disomie (UPD)

UPD-Diagnostik

Chromosom

UPD

Erkrankung

7matUPD7 Silver-Russell-Syndrom (RSS)
11patUPD11Beckwith-Wiedemann-Syndrom (BWS)
14patUPD14Kagami-Ogata-Syndrom
15matUPD15Prader-Willi-Syndrom (PWS)
15patUPD15Angelman-Syndrom (AS)

Als Uniparentale Disomie bezeichnet man das Vorkommen eines Chromosomenpaares (bzw. Chromosomenabschnittes), das ausschließlich von einem Elternteil stammt. Bei einer maternalen UPD (matUPD) sind die homologen Chromosomen mütterlichen Ursprungs, väterlichen Ursprungs sind sie bei einer paternalen UPD (patUPD).

Bei einigen autosomal vererbten Krankheiten ist es nicht gleichgültig, von welchem Elternteil das mutierte Allel stammt. Die Allele werden in der elterlichen Keimbahn unterschiedlich aktiviert bzw. inaktiviert. Diese Modifikation der Genaktivität wird als „genomic imprinting“ bezeichnet. Es wird durch eine reversible Veränderung der DNA (Methylierung) bewirkt, die entsprechende Bereiche inaktiviert. Die Deletion 15q11.2->q13 am väterlichen Chromosom 15 führt zu einem Prader-Willi-Syndrom, die gleiche Deletion am mütterlichen Chromosom 15 zu einem Angelman-Syndrom. Dieses Phänomen kann auch durch das Vorhandensein von 2 gleichwirkenden Genen eines Elternteils im diploiden Chromosomensatz des Kindes bewirkt werden (uniparentale Disomie). So führt eine uniparentale maternale Disomie 15 (matUPD15) zum Prader-Willi-Syndrom (PWS), eine paternale uniparentale Disomie des gleichen Abschnitts (patUPD15) zum Angelman-Syndrom (AS).

Genetik

Chromosomale Fehlverteilungen in der Keimzellbildung oder in einer postzygotischen Mitose sind die Ursachen für eine UPD. Ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer UPD scheinen Träger zu haben. Auf das Vorliegen einer UPD sollte auf jeden Fall getestet werden, wenn in der Pränataldiagnostik eine identisch scheinende, balancierte Translokation eines gesunden Elternteils bei einem auffälligen Kind gefunden wird. Es muss beachtet werden, ob die Kriterien für den Phänotyp einer UPD für eines der Chromosomen, die in dem Rearragement involviert sind, erfüllt werden. Uniparentale Disomien der Chromosomen 2, 16 und X können ebenfalls zu syndromologischen Auffälligkeiten führen.

Methodik

STR-Markeranalyse: Der Einsatz hochpolymorpher Marker gibt Aufschluss über die elterliche Herkunft der getesteten Chromosomenabschnitte und somit über das mögliche Vorliegen einer UPD.

Material

5 ml EDTA-Blut von beiden Eltern und Patient
Fruchtwasser, Chorionzotten von Patient und EDTA-Blut von beiden Eltern (Pränataldiagnostik auf Anfrage)